"Es ist genug geschlagen..." - die Sehnsucht nach Frieden

Unter den schrecklichen Folgen des Krieges – Lebensmittelknappheit oder Hunger, Überfällen, Plünderungen, Vergewaltigungen, Verstümmelung, Mord und Seuchen – musste vor allem die Bevölkerung leiden. Verständlicherweise wünschte sie sich nichts sehnlicher als den Frieden, um in Ruhe wieder ihrer Arbeit nachgehen und ohne Angst vor den vielen kriegesbedingten Bedrohungen leben zu können. Das ganze Gefühlsspektrum zwischen völliger Kriegsverzweiflung und inbrünstiger Friedenshoffnung kann man noch heute in den Zeugnissen der Zeit nachempfinden. Ganz unmittelbar drückten die Menschen ihr Friedensverlangen in persönlichen Niederschriften wie Briefen oder Stammbüchern aus. Die Zuversicht auf ein Ende des Krieges äußerte sich manchmal aber auch auf ganz ungewönhliche Weise: 1643 wurde in Gotha, in einem der meistzerstörten Gebiete des Reiches, mit dem Bau eines Schlosses begonnen, das den bezeichnenden Namen „Friedensstein“ erhielt. Vor allem aber setzten Maler, Graphiker, Musiker und Dichter die Friedenssehnsüchte der Bevölkerung kunstvoll und anschaulich um. Dabei arbeiteten sie häufig mit Gegensatzpaaren: Es wurden die Schrecknisse des Krieges beschrieben oder seine unheilvollen Folgen beklagt und demgegenüber das Glück des Friedens gepriesen. AF

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