DAVID DAVIES
Anatomie der spanischen Habsburgerportraits
Bestimmte Merkmale spanischer Portraits aus der Zeit der spanischen Habsburger sind seit langem als eigentümlich erkannt worden. Die Portraitierten strahlen Würde, Ernst und Förmlichkeit aus. Männer posieren nicht lässig vor antiken Säulen oder samtbedeckten Tischen. Nonchalance ist nicht ihr Stil. Weder trägt man den Kopf zu hoch, noch läßt man ihn hängen. Hüte sitzen nie in keckem Winkel, die Ellbogen stehen nicht ab. Diese Männer strahlen nie Charme aus, vermitteln auch nicht übertriebenes Selbstbewußtsein. Distanziert und unbeteiligt, bewegungs- und empfindungslos stehen sie da. Sie gestikulieren nicht und unterhalten sich nicht. Ihre Zurückhaltung ist in der Tat beeindruckend und ihre Bescheidenheit sprichwörtlich. Diese Männer sind gewöhnlich schwarz und einfach gekleidet (Abb. 1). Farbige Prachtentfaltung ist außer bei feierlichen Anlässen nicht nach ihrem Geschmack: Man ist elegant, aber niemals protzig. Exzesse jeder Art werden vermieden. Auch im Essen und Trinken gestatten sich diese Männer keine Unmäßigkeit. Ihre Erscheinung ist im Gegenteil asketisch. Maßvoll geregelt auch der Gesichtsausdruck. Lachen scheint verpönt gewesen zu sein. Hier gibt es keine lachenden Kavaliere oder ausgelassene Männergesellschaften. Grimassieren, Völlerei und Trunkenheit - Unschicklichkeiten jeder Art - scheinen dem pikarischen Roman, dem bodegón und den Hofnarren vorbehalten gewesen zu sein. Die spanischen Habsburger dagegen sind ernst, förmlich, maßvoll und erfüllt von tiefer Frömmigkeit.

Frauen erscheinen merkwürdigerweise stark geschminkt, vor allem mit viel Rouge. Ihre Haut ist weiß wie Elfenbein, und ihre Wangen sind rosig. Anders als bei den Frauen der bodegones erscheint ihr Teint in Portraits nie kränklich. Oft sind sie in üppige Seidenroben gehüllt und geschmückt mit Juwelen. Das Gewand aber verbirgt den Körper, verhüllt ihn von den Knöcheln bis zu den Händen, dem Kinn oder Nacken. Entblößte Arme und Decolletés sind selten en vogue. Demonstriert wird Status, Sexualität wird versteckt (Abb. 2).

Kinder erscheinen in Portraits nie wie Kinder. Ihr Betragen ist steif und korrekt wie das ihrer Eltern. Nie lachen sie oder treiben Unfug wie die Gauner und Schelme der bodegónes und der pikarischen Literatur. Sie sind zu sehen, aber nicht zu hören (Abb. 3).

Diese einfühlenden Beobachtungen aus der Sicht des zwanzigsten Jahrhunderts gewinnen an historischer Substanz durch Aussagen zeitgenössischer Beobachter und Reisender über die spanische Gesellschaft und vor allem den Hof. Im "Buch vom Hofmann", das Baldassare Castiglione in Spanien vollendete, erklärt Federigo Fregoso:

"Allgemein gesprochen scheinen mir die Spanier in den Sitten mehr den Italienern zu entsprechen als die Franzosen, weil die den Spaniern eigentümliche gelassene Würde mir sehr viel schicklicher für uns vorkommt als die hastige Lebhaftigkeit, wie man sie bei den Franzosen fast an jeder Bewegung kennt [...]" [1], und an anderer Stelle: "Ich will nicht leugnen, daß es nicht viele anmaßende Spanier gibt; ich behaupte nur, daß die, die sehr geachtet werden, zumeist auch sehr bescheiden sind. Man findet ferner auch derart frostige Personen, die über jede Art und Weise hinaus die Gesellschaft der Menschen meiden und eine gewisse Stufe menschlichen Mittelmaßes überschreiten, daß sie entweder als zu schüchtern oder als zu stolz erachtet werden [...]" [2]

In diesem Zusammenhang erscheint interessant, daß Bescheidenheit auch in der Malerei bewundert wurde. Pacheco zufolge war Rubens von eben dieser Qualität in Velázquez' Gemälden (die überwiegend Portraits waren) beeindruckt: "[...] y favoreció mucho sus obras por su modestia". [3]

Die Würde der Spanier hebt auch James Howell hervor, ein Waliser aus Abernant in Carmarthenshire, der große Teile Europas - die Niederlande, Frankreich, Italien und die Ostküste Spaniens - bereist hatte und daher das Sozialverhalten seiner Zeitgenossen zu beurteilen imstande war. Seine zwischen dem 5. Januar und 15. März 1623 datierten Briefe aus Madrid, von Bedeutung vor allem für die politische Geschichte, berichten über die Intrigen um das Zustandekommen der Verbindung zwischen dem englischen Kronprinzen Karl und der Infantin Maria, verraten aber nebenbei auch einiges über den Charakter der Spanier: "Betreffs des Volkes, [...] sein Fehler besteht in allzu großer Würde, was mancher, der es nicht so gut kennt, für Stolz hält." [4] Howell beobachtete auch, daß sich der Spanier förmlich und würdevoll bewegte: "Er geht, als ob er marschiere, und er sieht selten zu Boden, als ob er ihn verachte." [5] Nüchterner Ernst war ebenfalls ein Merkmal: "[...] der Spanier ist nicht so glatt und ölig in seinen Komplimenten wie der Italiener; und wenn er auch in seinen Äußerungen kraftvoll ist, wird er doch nicht wie Franzosen oder Engländer Komplimente beschwören." [6] Offenkundige Schmeichelei erregte Mißfallen: "Hier ist es nicht Sitte, den König mit Komplimenten zu umgarnen oder ihn mit der Anrede Sacred Sovereign und Most Excellent Majesty zu vergöttern". [7] In der Zurückweisung von Schmeichelei erwies sich die Bescheidenheit des Spaniers: "Ich habe gelesen, hier bei Hof gelte in der Tat die Regel descendendo ascendum est in Aula, sich zu erniedrigen sei der beste Weg, bei Hof aufzusteigen. Es gibt da eine Art Demut und Gefälligkeit, die weit entfernt ist von serviler Gemeinheit oder verächtlicher Schmeichelei und eher als Takt bezeichnet werden kann denn als Lobhudelei." [8] Beeindruckt war Howell auch von der Frömmigkeit. So lobt er zum Beispiel die Gewohnheit, sich ins Kloster zurückzuziehen: "Es ist ein verbreiteter und wirklich lobenswerter Brauch bei den Spaniern, wenn einer die große Lebenskrise erreicht hat und hinfällig wird [...], sich an einen Ort der Devotion zurückzuziehen und den Rest seiner Tage in Meditation und mit der Vorbereitung seiner selbst auf eine andere Welt zu verbringen. Kaiser Karl wies ihnen den Weg [...], er zog sich in ein Kloster zurück, und sie (seine beiden Schwestern) wurden Nonnen. Das entspricht der Veranlagung eines Engländers nicht, der sein Gewand erst abzulegen bereit ist, wenn er zu Bett geht." [9] Bezüglich der Kleidung bemerkt Howell, die Alltagsgewänder der Männer seien bescheiden, nur zu zeremoniellen Anlässen mache man Ausnahmen. [10]

Sir Richard Wynn, ein anderer Waliser in Madrid, der dem Prince of Wales als Kammerherr diente, zeigt sich erstaunt über die großen Mengen an Schminke, die von den Frauen aufgelegt wurde, "so sichtbar, daß man glaubt, sie trügen Masken statt der eigenen Gesichter". [11] Dabei handelte es sich nicht um eine vorübergehende Mode. Schon 1594 hatte der damalige päpstliche Nuntius Camillo Borghese (der künftige Papst Paul V.) notiert: "Frauen sind gewöhnlich, wie die Männer auch, schwarz gekleidet und tragen einen Schleier um das Gesicht wie Nonnen [...] in der Regel verwenden alle Frauen Rouge, wodurch sie ihre natürliche braune Gesichtsfarbe verändern, und sie legen soviel davon auf, daß sie wirklich wie gemalt wirken." [12]

Die Verfasser dieser anschaulichen Beschreibungen von Sitten und Gebräuchen ihrer spanischen Zeitgenossen hatten als Ausländer die besten Voraussetzungen zu erkennen, was eigentümlich war. Signifikant sind daher Zeugnisse, die bestätigen, daß die Portraits in der Tat solche sozialen Konventionen zutreffend darstellen. François Bertaut, der Marschall Gramont auf einer Mission nach Spanien begleitete, berichtet über eine Audienz beim König am 16. Oktober 1659: "Der König von Spanien trug ein sehr einfaches Gewand und ähnelte stark seinen Portraits. Er stand am Ende des Raums unter einem sehr reichen Baldachin. Es war niemand in seiner Nähe." [13]

Aber geben diese visuellen und literarischen Zeugnisse den ganzen Menschen wieder oder nur sein für die Öffentlichkeit bestimmtes Gesicht? Und wenn letzteres zutrifft, warum dann legte der Dargestellte Wert auf eben diese bestimmten Eigenschaften und sein Portraitist gleichermaßen? Handelt es sich um typisch spanische Merkmale? Ist das Spanische der spanischen Habsburger Portraits eine fruchtbare Arbeitshypothese?

Die Quellen bezeugen eindeutig, daß diese Verhaltensweisen als einheitlich, charakteristisch und typisch für den Spanier im Vergleich zu Engländern, Franzosen oder Italienern gesehen wurden. Sie haben etwas mit nationaler Identität zu tun, sind dem Individuum nicht angeboren, nicht Manifestationen des einzelnen natürlichen Körpers oder seiner Psyche. Sie reflektieren bewußt oder unbewußt, insgesamt oder zum Teil bestimmte gesellschaftliche Konventionen. In dieser streng hierarchischen Gesellschaft, in der das Betragen des Königs verbindliches Vorbild war, impliziert ein solches Verhalten den Wunsch nach Identifikation mit dessen öffentlicher Person. Übereinstimmung mit dem status quo drückt sich hierin ebenso aus wie Ergebenheit gegenüber dem Monarchen. Gesellschaftliche Konvention und politische Einstellung waren auf komplexe Weise miteinander verflochten.

Will man die theoretischen Überlegungen hinter diesen Phänomenen verstehen, sollte man sich zunächst klarmachen, wie in der heutigen Zeit das Erscheinungsbild von zeitgenössischen Monarchen wie Elisabeth II. und das der spanischen Habsburger, wie sie sich in ihren Portraits zeigen, rezipiert wird. Königin Elisabeth II. verkörpert für die Öffentlichkeit jene Eigenschaften, die ihrer königlichen Majestät angemessen sind: Würde, Zurückhaltung und Höflichkeit. Sie zeigt, kurz gesagt, christliche Frömmigkeit, Klugheit, Mäßigung und, in ihrer Eigenschaft als Truppenchefin verschiedener Regimenter, Tapferkeit. Sichtbar ist hier die Königin als offizielle oder öffentliche Person. Königliches Dekorum schließt die öffentliche Zurschaustellung formlosen Verhaltens aus. Als Mrs. Elizabeth Windsor ist sie für die Öffentlichkeit nicht vorstellbar, schon gar nicht in Lockenwicklern und Pantoffeln. Dennoch kann jeder, vor allem dank der Medien, ein gedrucktes Photo von ihr in Händen halten oder sie im Fernsehen in Nahaufnahme bei sich zu Hause sehen. Eine solche Vertraulichkeit verwischt nicht nur die Grenzen zwischen der öffentlichen und privaten Person des Monarchen, sie vermengt die beiden auch: Die, wenn auch von frühester Jugend an vorhanden, aber doch nur erworbenen fürstlichen Eigenschaften erscheinen angeboren.

Die Wahrnehmung dieses fundamentalen Unterschieds zwischen öffentlicher und privater Person der spanischen Habsburger ist über die Distanz von Zeit und Raum für den Betrachter des 20. Jahrhunderts natürlich getrübt. Die Funktion dieser Portraits und ihr ursprünglicher Kontext sind nach ihrer Überführung aus den königlichen Palästen in öffentliche Galerien kaum mehr zu beurteilen. Wie die aus ihrem räumlichen und liturgischen Kontext entfernten Altarbilder sind diese Portraits ihrer politischen Bedeutung und ihres Zusammenhangs mit der Förmlichkeit höfischer Rituale entblößt. An der Museumswand hängt Philipp IV. Schulter an Schulter mit der Küchenmagd eines bodegón, von jedermann und aus nächster Nähe zu inspizieren. Niemand betrachtet sein Bild mit Ehrfurcht vor dem Prototyp. Die Identität des Malers interessiert mehr als die des Modells. Der Realismus des Stils, nicht die reale Majestät des Dargestellten fesselt den Betrachter. Aus diesen Gründen werden diese Bilder häufig als Portraits, die dem natürlichen Körper des Königs ähneln, wahrgenommen. Sehen ist glauben, aber sehen ist abhängig von den geistigen Fähigkeiten des Betrachters. Man sollte daher auf der Hut sein, die Bedeutung solcher Portraits nicht durch Vorurteile des 20. Jahrhunderts zu verzerren.

Ohne Zweifel sieht Philipp IV. zum Beispiel in den Portraits von Velázquez wahrhaft würdevoll und tugendhaft aus. Da Bertauts Bericht überliefert, das Aussehen des Königs bei einer Audienz im Jahr 1659 habe seinen Portraits entsprochen, kann man annehmen, daß Velázquez den König wirklichkeitsgetreu abbildete. Und doch hat Velázquez den König nicht als private, sondern als öffentliche Person dargestellt, nämlich so wie er in Audienzen auftrat, d.h. in voller Majestät. Im Kontext öffentlicher Erscheinungen sei an Baldassare Castigliones Rat an den Hofmann erinnert, jede Handlung sorgfältigst vorzubereiten, um sie dann mühelos und ungeplant erscheinen zu lassen (sprezzatura). [14] Solches Idealverhalten evozierte in der Vorstellung den Prototyp des von Gott geschaffenen vollkommenen Hofmannes. Die bewußte Unterscheidung zwischen privater und öffentlicher Erscheinung bezeugen auch Pantoja de la Cruz' flächige, stilisierte und ikonische Portraits der spanischen Habsburger (Abb. 1) einerseits und das intime, psychologische Bildnis des Augustiners Fray Hernando de Rojas (Madrid, Sammlung Marqués de Espeja) [15] (Abb. 4) andererseits. Dementsprechend verfolgen die formalen Portraits von Pantoja wie von Velázquez das gleiche Ziel: die Manifestation abstrakter Herrschaftsprinzipien in der Person des Monarchen. Ihre Mittel freilich sind verschieden. Velázquez gibt Pantojas Spielkartenbildnisse von König und Königin auf zugunsten eines vertieften Einblicks in das Selbstverständnis des Königs von seiner Herrscherrolle. Er evoziert die Gedanken hinter seiner Stirn. Der König ist Mensch geworden. Seine Gedanken aber sind unausweichlich auf seine Rolle fixiert. Auf diese Weise kann der Betrachter seine Bestrebungen würdigen und seine Entschlußkraft bewundern. Es bleibt daher das Bild eines Königs in Amt und Würden.

Welche ursprüngliche Überlegung steht hinter diesen Portraits? Letztlich sind die spezifischen gesellschaftlichen Konventionen, die durch sie zugleich reflektiert und propagiert werden, wohl von der Herrschaftsideologie der spanischen Habsburger abzuleiten, die sich in der Sorge um das religiöse und politische Wohlergehen des Reichs gefestigt hatte. Zunächst muß daher der historische Kontext untersucht werden, der in der Tat ohne Beispiel ist. Die spanischen Habsburger beherrschten nicht einen einheitlichen Nationalstaat, sondern eine dynastische Konföderation, die sich aus einzelnen, voneinander unabhängigen Königreichen mit jeweils eigener Verwaltung, Gesetzgebung und Steuer zusammensetzte. Sie umschloß nicht nur Sizilien und Sardinien, das Königreich Neapel, das Herzogtum Mailand und die Niederlande, sondern auch die Philippinen und ausgedehnte Gebiete in Nord- und Südamerika. Von 1580 bis 1640 kontrollierten sie auch Portugal und dessen überseeische Besitzungen. Außerordentliche politische Macht, militärische Stärke und wirtschaftliche Prosperität waren denn auch - eine Zeitlang - selbstverständliche Begleiterscheinungen ihrer Herrschaft. Gleichzeitig aber sahen sie sich mit ganz außerordentlichen Problemen konfrontiert. Karl V. erkannte sehr deutlich die Schwierigkeiten einer Herrschaft über so viele Königreiche. In einem Brief vom 4. Mai 1543 erinnert er seinen Sohn Philipp, wie viele Herrschaften er zu regieren (señorear) habe, wie verschieden die eine von der anderen sei, wie weit voneinander entfernt sie seien und wie sehr voneinander getrennt durch sprachliche Barrieren. Und Philipp als ihr Herrscher müsse alle, die darin lebten, verstehen und von ihnen verstanden werden. [16] Das Problem wurde verschärft durch die ungeheure Ausdehnung des Reiches. Logistik, Kommunikation, Verwaltung und Verteidigung sicherzustellen, war nur durch strikte Kontrolle möglich. Schon in Friedenszeiten war dies eine enorme Aufgabe. Nun aber war eine Zeit religiöser Kämpfe und Erneuerung.

Spanien unterschied sich auch in seiner religiösen Struktur von allen übrigen katholischen Ländern Europas. Aufgrund der historischen Umstände, vor allem der Reconquista, d.h. der Rückeroberung Spaniens von den Mauren und seiner Rechristianisierung, hatte sich eine symbiotische Verbindung zwischen den Katholischen Königen und der katholischen Religion ergeben. Als die Dynastie der Nasriden 1492 schließlich vor Ferdinand und Isabella kapitulierte, wurde deren gemeinsame Regierung zum Zeugnis der Einigung der Halbinsel unter christlicher Herrschaft und eines glühenden religiösen Reformwillens auf institutioneller wie persönlicher Ebene.

Verbunden mit dieser Reformbewegung waren die Bestrebungen zum Schutz der katholischen Kirche vor Ungläubigen und Häretikern. Die Bedrohung durch den Islam war durch die Vertreibung der Mauren aus Spanien keineswegs aus der Welt. Zum Christentum konvertierte Mauren, die sogenannten moriscos, wurden von vielen als potentiell subversive Elemente angesehen. In diesen Vorstellungen bestärkt wurde man durch die erste (1499-1500) und vor allem die zweite Revolte (1568-70) der Alpujarras. [17] Zu der Gefahr im Inneren kam die Bedrohung durch das Vordringen der Türken nach Westen und die Herrschaft der Mauren in Nordafrika. 1571 erhielt die islamische Expansionspolitik zwar einen Rückschlag, als die vereinten Flotten Spaniens, des Papstes und Venedigs die Türken in der Schlacht bei Lepanto schlugen. Die islamischen Mächte stellten allerdings trotz dieses unter der brillanten Führung Don Juans d'Austria errungenen Sieges weiterhin eine ernsthafte Bedrohung dar. Tunis wurde 1574 von den Türken zurückerobert, Fez 1576 in Besitz genommen. Gegen Ende des Jahrzehnts jedoch war der Sultan durch Unruhen in Persien gebunden, und Philipp II. mußte seine Streitkräfte im Atlantik für die Auseinandersetzung mit seinen protestantischen Gegnern konzentrieren. [18] Der Kriegsschauplatz hatte sich verlagert.

Die moriscos in Spanien freilich wurden noch immer mit Argwohn betrachtet, denn die Reinheit ihres christlichen Glaubens war zweifelhaft. Wie leicht könnten sie einen erneuten Aufstand nach dem Muster der beiden Revolten der Alpujarras anzetteln und sich mit den Mauren in Nordafrika verbünden. Die Folge war die Anordnung Philipps III., alle moriscos aus Spanien zu vertreiben, die in den Jahren 1609 bis 1614 durchgeführt wurde. [19]

Moriscos waren freilich in Spanien nicht die einzige Konvertitengruppe, die mit Argwohn beobachtet wurde. Die Reinheit des Glaubens derjenigen, die das Judentum abgelegt und sich zum christlichen Glauben bekehrt hatten, der sogenannten conversos, war der Kirche und den Katholischen Königen ebenfalls eine große Sorge. Um den Glauben der conversos auf seine Echtheit zu prüfen, führten Ferdinand und Isabella 1478 in Spanien die staatliche Inquisition ein. Im Gegensatz zur mittelalterlichen Inquisition wurde dieses Tribunal im wesentlichen von den spanischen Monarchen kontrolliert und war nur mehr nominell dem Papst unterstellt. Die Krone bestellte die Inquisitoren. [20] Deren Aufgabe war nicht die Befragung der Juden selbst, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht vertrieben waren, sondern der durch die Taufe in die christliche Kirche Aufgenommenen. [21] So lange aber Juden der Aufenthalt in Spanien erlaubt war, war die Überprüfung des Glaubens von jüdischen Konvertiten äußerst schwierig, so daß die Katholischen Könige schließlich beschlossen, alle Juden aus ihren Königreichen zu verbannen. Bezeichnenderweise geschah dies nur wenige Monate nach dem Sieg über die Muslime und deren Vertreibung im Jahr 1492. [22] Die politische Wiedereroberung sollte als religiöse Läuterung aufgefaßt werden.

Drastische Maßnahmen dieser Art waren nicht die einzigen Mittel, die religiöse Gesundheit der Monarquía Católica zu gewährleisten. Es gab außerdem eine Flut von Statuten, die sogenannten estatutos de limpieza de sangre, die gegen "unreines" Blut, also gegen moriscos und conversos gerichtet waren, und nicht nur gegen die ehemaligen Muslime und Juden selbst, sondern auch gegen deren Nachkommen. Diese Statuten wurden an diversen Kathedralen, in religiösen und militärischen Orden und bestimmten bürgerlichen Einrichtungen eingeführt. Das vielleicht bedeutsamste war das der Kathedrale von Toledo, des Sitzes des Primas, das 1548 durch Juan Martínez Silíco, den Erzbischof von Toledo und ehemaligen Erzieher Philipps II. eingeführt, von Papst Paul IV. 1555 genehmigt und von Philipp II. am 6. August 1556 bestätigt wurde. [23] Damit verband sich die Absicht, Personen mit "unreinem" Blut, speziell conversos, fernzuhalten und die bereits im Amt befindlichen kaltzustellen. Der Staatskörper sollte gereinigt werden.

In soziologischer Hinsicht erzeugten die Statuten eine spezifische Ausprägung gesellschaftlichen Ansehens, das sich nicht allein auf die Reinheit des Glaubens, sondern auch auf die Reinheit des Blutes gründete. Diese wurde im Verein mit legitimer Abstammung zur Grundlage des Ehrencodex, der die Gesellschaft zutiefst prägte.

Ihrem Wesen nach war diese Gesellschaft ebenso streng orthodox wie elitär. Was unter dem Druck der Notwendigkeit, den katholischen Glauben zu verteidigen und seine Reinheit zu bewahren, zunächst nur als offizielle Meinung propagiert worden war, hatte sie geformt. Es galt eine Verpflichtung gegenüber Gott zu erfüllen. Radikale und extreme Maßnahmen wurden ergriffen, weil die Gesundheit des Staatskörpers der Monarquía Católica in so ernsthafter Weise bedroht war. Die Härte, mit der die Statuten durchgesetzt wurden, erklärt sich nicht mit der islamischen Gefahr allein, sondern ist im größeren Kontext der Bedrohung durch den Protestantismus zu sehen, der als gefährliches Geschwür im Inneren der Kirche empfunden wurde.

Die Forderung nach religiöser Orthodoxie, im Umgang der Kirche mit moriscos, conversos und bestimmten spirituellen Gruppierungen wie den Alumbrados (Erleuchtete) immer schon von großer Bedeutung, wurde nun noch nachdrücklicher erhoben. Folgerichtig legte man auf eben die Dogmen und Glaubensinhalte, die von den Protestanten in Frage gestellt wurden, d.h. Rechtfertigung durch den Glauben und gute Werke, die Siebenzahl der Sakramente, Opfer und Realpräsenz Christi in der hl. Messe, Anrufung und Fürbitte der Hl. Jungfrau und der Heiligen, nun ganz besonderen Wert. Das religiöse Leben war geprägt durch leidenschaftliche Sehnsucht nach spiritueller Erneuerung des individuellen Glaubens und fanatische Propagierung orthodoxer Glaubensinhalte.

Verhängnisvoll für die spanischen Habsburger waren auch die politischen Konsequenzen der protestantischen Reformation. Das, was nach ihrem eigenen Verständnis ihre eigentliche raison d'être ausmachte, die ihnen von Gott auferlegte Verpflichtung zu Erhaltung und Schutz der katholischen Religion einzulösen, war grundsätzlich gefährdet. Zudem bedrohte die protestantische Ablehnung der Priesterweihe und -ordination die Kirche als hierarische Institution, so daß folglich dem Monarchen auch die Möglichkeit, sich der autoritativen Unterstützung dieser Institution zu bedienen, genommen wäre. Und nicht nur diese: Auch der Vorstellung vom Monarchen, der von Gottes Gnaden mit besonderer göttlicher Autorität ausgestattet ist, wäre der Boden entzogen.

Die Reaktion der Habsburger war, die eigene Rollenauffassung mit um so größerer Energie zu verteidigen und zu propagieren. Sie übernahmen die Verantwortung für die katholische Religion hauptsächlich wegen der Macht und Schlagkraft ihres Militärs, ihres wirtschaftlichen Reichtums und vor allem wegen ihrer Verantwortung gegenüber Gott. In Erfüllung einer Pflicht und in Übereinstimmung mit der Tradition der Katholischen Könige oblag es ihnen selbstverständlich, die Verteidigung der katholischen Kirche zu übernehmen.

Ihre Aufgaben waren einzigartig und gewaltig. Außerhalb der Iberischen Halbinsel sahen sie sich derart mächtigen politischen Gegnern der katholischen Sache gegenüber, daß die Konfrontation zwangsläufig große Feldzüge nötig machte, die wiederum die Reserven an Truppen und Geld dezimierten. Verschärft wurden diese Probleme durch die Ausgedehntheit und Lage ihrer Territorien, die, immer stärker bedroht, schwierig zu verteidigen und noch schwieriger zu versorgen waren. Die spanischen Habsburger aber blieben entschlossen, ihrer Verpflichtung gegen Gott ehrenvoll und ruhmreich nachzukommen, damit es, in den berühmten Worten des Dichters Hernando de Acuña, "einen Monarchen, ein Reich und ein Schwert" gebe. [24]

Diese religiösen und politischen Bedrängnisse unterschieden sich grundsätzlich von den Problemen anderer europäischer Monarchen. Es wäre jedoch falsch zu glauben, daß die Herrschaft der spanischen Habsburger durch diese Erfordernisse determiniert gewesen sei. Die jeweilige Entscheidung des einzelnen spanischen habsburgischen Monarchen war durchaus frei.

Ihre Begriffe vom Königtum gründeten wie die anderer christlicher Monarchen - Heinrichs IV. von Frankreich etwa und Jakobs I. von England - fest auf der Heiligen Schrift. Grundsätzlich waren sie alle der festen Überzeugung, Gott habe die Welt geschaffen und sie darin zum Herrscher bestellt. Alle Macht ging wie Gnade letztlich von Gott aus: "Jedermann unterwerfe sich den vorgesetzten Obrigkeiten; denn es gibt keine Obrigkeit außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott angeordnet." (Röm 13,1). [25] Siege waren gleichfalls stets Gottes Siege: "Nein, auf meinen Bogen vertraue ich nicht, und mein Schwert bringt mir nicht den Sieg! / Nur du verleihst uns den Sieg über unsere Gegner; du machst unsere Hasser zuschanden." (Ps 44, 7-8). Als Christen glaubten diese spanischen Monarchen, daß sie ihre Königreiche "von Gottes Gnaden" regierten. Dementsprechend belehrte Karl V. seinen Sohn Philipp, "als hauptsächliche und feste Grundlage deiner Regierung mußt du Gottes Großmut anerkennen und deine Taten und Wünsche seinem Willen unterordnen." [26] In den Worten des gefeierten Politiktheoretikers, des Dominikaners Francisco de Vitoria: "Die Macht der Könige leitet sich sowohl aus dem göttlichen als auch aus dem Naturrecht ab, nicht aber von dem Gemeinwesen selbst noch direkt von den Menschen." [27]

Vitoria und andere spanische Politiktheoretiker vertraten auch die Meinung, die Macht Gottes sei ursprünglich auf das Volk und von diesem in der Folge auf den König übertragen worden. [28] Dieselben Vorstellungen findet sich in den Instruktionen Philipps II. für den Vizekönig von Neapel von 1558: "Das Volk wurde nicht um des Fürsten willen erschaffen, sondern der Fürst durch das Volk eingesetzt." [29] Die Ausgangsposition war dadurch keineswegs erschüttert. Dem sakramentalen Gnadenhaushalt vergleichbar, kam die Macht des Königs nicht vom Volk, sondern von Gott.

In diesem Zusammenhang waren Fragen der Legitimität und dynastischen Kontinuität von existentieller Bedeutung. Erstere zeigte dem Volk, daß die Casa d'Austria das angemessene Gefäß für den Empfang der göttlichen Gnade war. Diese Macht zu usurpieren wäre nicht nur politisch und moralisch verwerflich, sondern auch eine Sünde gegen Gott gewesen. Die Bedeutung der Nachfolge wird in Tizians Allegorie der Schlacht von Lepanto (Abb. 5) deutlich. Philipp II. bietet Gott seinen Sohn, den Infanten Ferdinand, dar als Zeugen der kontinuierlichen Verpflichtung der spanischen Habsburger, die ihnen verliehene Macht zur Verteidigung der katholischen Kirche einzusetzen. Der Auftrag zu dem Gemälde könnte in Zusammenhang mit der Vereidigung der Cortes auf den Thronerben im Mai 1573 stehen. [30] In diesem Kontext ist es bemerkenswert, daß die Essenz des Mottos in dem "Juramento" für Baltasar Carlos wiederholt wurde. Er wurde nicht nur als Erbe, der dem Ruhm seines Vaters nacheifere, angekündigt, sondern auch als der Eroberer neuer Königreiche. [31]

Diese Macht auszuüben war allein die Verantwortung der spanischen Habsburger. Auf dem Reichstag zu Worms 1521 erklärte Karl V.: "Es ist nicht mein Wunsch und Wille, daß es viele Herren gebe, sondern einen einzigen Herrn, wie es Tradition ist im Heiligen Römischen Reich." [32] Und Philipp II. erinnerte 1588 den Rat für Italien in gleicher Absicht:"[...] da Gott mich mit so vielen [Königreichen] betraut hat, da sie alle in meiner Obhut stehen [...]" [33]

Alle diese Monarchen hörten zwar mehr oder weniger auf die Ratschläge ihres Kronrats und ihrer Ratgeber, doch trugen letztlich sie allein vor Gott die Verantwortung für die Verteidigung und das Wohlergehen ihrer Königreiche. Daher resultiert ihre Entschlossenheit, Widerstand gegen ihre Bemühungen nicht zu dulden, denn das wäre, wie der hl. Paulus die Römer belehrt hatte, Sünde: "Wer sich daher der Obrigkeit widersetzt, der widersetzt sich der Anordnung Gottes, und die sich widersetzen, werden sich selber das Gericht zuziehen." (Röm 13,2). Freilich bedachten sie auch Gottes Macht, sie, wenn sie Unrecht täten, wie die Könige in der Prophezeiung des Ezechiel zu zerstören. Sie standen zwar über dem Gesetz, waren aber doch daran gebunden. [34] Gegen den, der gegen das Gesetz verstößt und zum Despoten wird, wäre Widerstand legitim. [35] Eben weil er von Gott eingesetzt war, hatte der König für das Allgemeinwohl zu wirken.

Staatstheoretiker dieser Zeit verbreiteten sich über die dieser Rolle immanenten politischen Begriffe und nutzten das traditionelle Bild vom Staatskörper als Sprachfigur für die Königreiche unter der Herrschaft spanischer Habsburger. Der König war das Haupt des Staatskörpers und als pater patriae verantwortlich für dessen Glieder, etwa des kirchlichen oder militärischen Arms. [36]

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Traditionellen Denkfiguren zufolge verfügte der König über zwei Körper - den natürlichen Körper und den politischen Körper. [37] Der natürliche Körper war an die Person gebunden und Krankheit und Verfall unterworfen, der politische hingegen war fortdauernd und Träger der souveränen Herrschaft über den Staatskörper. Der König selbst war sterblich, in seinem Amt und seiner Würde aber ohne jede Schwäche und unsterblich. [38] Auf eine knappe Formel gebracht ist die Vorstellung in der Akklamation: "Der König ist tot! Lang lebe der König!" [39]

Da diese Könige von Gott in die Verantwortung für ihre Reiche eingesetzt waren, lag es für sie nahe, sich in der Nachfolge Christi als Haupt des corpus mysticum zu sehen. Thomas von Aquin bezeichnet die Könige, indem er den hl. Paulus und das Buch der Weisheit zitiert, als Diener Gottes. [40] Die Vorstellung findet sich wieder bei dem Jesuiten Francisco Suárez: "Sobald die Macht auf den König übertragen ist, wird er sogleich zum Stellvertreter Gottes [vicarius]". [41] Die politische Herrschaft des wahren christlichen Königs war daher notwendig mit moralischer Verantwortung verknüpft. Thomas von Aquin, für den Politik ein Teil der Ethik war, führt diese Vorstellung weiter aus: "[...] das Ziel der menschlichen Gesellschaft ist ein tugendhaftes Leben [...]. Nun ist der Mensch, der tugendhaft lebt, zu einem höheren Zweck bestimmt [...]. Das höchste Ziel gesellschaftlichen Lebens wird also sein, nicht nur in Tugend zu leben, sondern vielmehr durch ein tugendhaftes Leben zur Anschauung Gottes zu gelangen [...] Aber die Gottesschau ist ein Ziel, das nicht durch menschliche Tugend allein erlangt werden kann, sondern nur durch göttliche Gnade [...] es ist die Pflicht des Königs, das Wohl des Gemeinwesens so zu fördern, daß es passend in die Seligkeit des Himmels führt." [42]

Tugend ist dementsprechend nicht wie bei Aristoteles (Politik Buch VII, Kap.15) als Zweck an sich, sondern als Mittel zum Zweck zu verstehen; dies aber nicht allein um der Vortrefflichkeit der Stadt oder des Staates willen, wie Platon erklärt (Politeia, Buch IV), sondern um Einlaß in die Gottesstadt zu erlangen. Mangel an tugendhaftem Verhalten war deshalb Sünde. Der politische Körper der spanischen Habsburger und dessen Darstellungen mußten daher diejenigen Tugenden zeigen, die zum Wesen christlicher Herrschaft gehören: die göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe sowie die vier Kardinaltugenden Gerechtigkeit, Tapferkeit, Klugheit und Mäßigung. Denn der Monarch müsse, wie schon der Aquinate dargelegt hatte, ein Muster an Tugend sein [43], oder in den Worten eines zeitgenössischen Theoretikers, des Dominikaners Domingo de Soto, dem Prinzen sei größere Tugend vonnöten als dem Bürger, denn "wie sonst soll er, wenn er selbst nicht maßvoll und gerecht und stark ist, solche Tugenden von anderen verlangen?" [44]

Tatsächlich unterschieden sich diese religiös-politischen Begriffe vom Königtum nicht wesentlich von denen anderer christlicher Monarchen. Jakob I. erklärte in "True Law of Free Monarchies" (1598) und in seiner Rede vor dem Parlament im März 1610, daß seine Autorität von Gott komme und daher absolut sei. Er stehe über dem Gesetz, an das er aber zugleich auch gebunden sei, so daß er abgesetzt werden könne, wenn er die von Gott verliehene Authorität mißbrauchte. Auch er sah sich als das Haupt des Staatskörpers und herrschte in dieser Eigenschaft väterlich über seine Königreiche. [45] Seiner Herrschaft wurde ein prachtvolles Denkmal gesetzt, als sein Sohn Karl I. Rubens beauftragte, die Decke der Banqueting Hall in Whitehall mit Gemälden auszustatten. Personifikationen von Tugenden spielen dort eine große Rolle.

Wenn aber die religiös-politischen Theorien des Königtums allen gemeinsam waren, warum war dann der politische Körper der spanischen Habsburger so besonders? Die Erklärung mag in den einzigartigen historischen Umständen und dem entschlossenen Eifer der Katholischen Majestäten liegen, den Katholizismus zu verteidigen und zu fördern und damit auch die Katholische Monarchie, d.h. ihre eigenen Königreiche. In dieser Überzeugung wurden sie von der Wiege an erzogen und ausgebildet. Bereits in der Jugend wurden sie zu Fragen des Regierens und ihrer Person instruiert. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Kein Wunder, daß die Jugendlichen in den Portraits den Erwachsenen ähneln! Die Unterrichtung erfolgte in verschiedenen Formen. Nach der Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden, zweifellos als Reaktion auf die ständig wachsenden politischen und religiösen Probleme, vermehrt politische Traktate in Form der sogenannten "Fürstenspiegel". [46] Karl V. selbst schrieb zweimal Belehrungen für seinen Sohn Philipp nieder, die erste in Form zweier Briefe, von denen einer geheim war (1543), die zweite war sein politisches Testament (1548). Der junge Prinz wird angehalten, fromm zu sein, ein Muster an Tugend und pragmatisch. [47] Seinerseits erteilte Philipp, nachdem er bereits König war, seinem Halbbruder Don Juan d'Austria geheime und detaillierte Instruktionen nach dessen Ernennung zum Oberbefehlshaber der Armada, die von der gegen die Türken gebildeten Heiligen Liga aufgestellt worden war. [48] Der vertrauliche Charakter des Briefes läßt den Schluß zu, daß der Brief Philipps persönliche Empfindungen wiedergibt. Hier geht es nicht um militärische Strategien, sondern um moralisches Verhalten, von dem der Erfolg der ersteren letztlich abhängt, da nur durch Frömmigkeit Gottes Gnade zu erlangen ist. Don Juan soll daher zuerst und vor allem ein guter Christ sein, und zwar nicht nur innerlich, sondern auch in seiner Erscheinung und seinem Verhalten, denn ein Mann in seiner herausgehobenen Stellung muß ein Vorbild für die anderen sein. Er soll daher beten, die Messe hören und zur Beichte gehen. Sein Verhalten möge, so ermahnt ihn Philipp, ein Beispiel der Kardinaltugenden - Klugheit, Gerechtigkeit (und Milde), Tapferkeit und Mäßigkeit - sein. Vor allem zu letzterer gibt es ausführliche Erläuterungen: Don Juan soll Schmeichler meiden, den Versuchungen des Fleisches widerstehen, nicht übermäßig essen, Karten- und Würfelspiel (ein häufiges Thema in Darstellungen des Lebens der unteren Stände) unterlassen, nicht und vor allem nicht blasphemisch fluchen, er soll sein Temperament zügeln, allzu große Vertraulichkeit vermeiden, da sie die Autorität untergräbt, und auf teure und auffällige Gewänder verzichten. Philipp warnt ihn auch vor übereilten Reden und Versprechungen; da eine wesentliche Voraussetzung für den guten Anführer die Bestimmtheit seiner Befehle ist und diese zudem so gravierende Folgen haben können, ist die vorherige Überlegung von allergrößter Bedeutung. Ungestüm ist unklug. Selbst in der Schlacht sähe Philipp ihn lieber als klugen Verlierer denn siegreich durch Tollkühnheit und blinde Wut. Don Juan sei ein Muster an Selbstbeherrschung, templanza y moderación. Ungehorsam habe er an erster Stelle vor Gott, danach vor Philipp zu verantworten.

Die Konsequenzen für die Erscheinung Don Juans in seinem politischen Körper liegen auf der Hand. Man darf ihn nur in angemessener Gesellschaft sehen, niemals mit Leuten niedrigen Standes oder von ausschweifender Lebensart. Nicht beleibt, sondern von schlanker Gestalt, die Kleidung einfach und ohne Prunk, muß er ruhig und besonnen erscheinen, niemals außer Fassung oder heftig, sondern gelassen und distanziert, jede Vertraulichkeit vermeidend, um seine Autorität nicht zu gefährden. Er muß die Tugend der Mäßigung verkörpern im wahrsten Sinne des Wortes, nicht um seiner selbst willen, sondern um seine vornehmste Verpflichtung gegenüber Gott zu erfüllen. Die vielfältigen Entsprechungen zwischen Philipps Anweisungen zum Dekorum und der Erscheinung der spanischen Habsburger in ihren Portraits sind offenkundig.

Philipps Verständnis von Herrschaft einschließlich seiner väterlichen Ermahnung an Don Juan weisen manche Ähnlichkeiten mit den Auffassungen des berühmten Augustiners Alonso de Orozco (1500-1591) auf, die in seinen Kommentaren zur Regel des hl. Augustinus niedergelegt sind. Insbesondere seine Ausführungen zur Zurückhaltung in der Kleidung und im Betragen und vor allem zum Gehorsam gegenüber den Ordensoberen sind verblüffend ähnlich. [49] Darüber hinaus scheinen Philipps Richtlinien eine Kenntnis thomistischer Moralprinzipien zu reflektieren. Das ist nicht überraschend, denn seine moralische Unterweisung lag in der Hand des königlichen Beichtvaters, der immer dem Dominikanerorden, der orthodoxen Bastion gegen Häresie, angehörte. [50] Seine Wahl war nicht gebunden an Konventionen, sondern allein dem persönlichen Gewissen überlassen. Seine Aufgabe war, die Gesundheit des Staatskörpers zu garantieren. Philipp erinnert daher Don Juan, er möge sich in allem seinem Beichtvater unterordnen [51], und in seinen letzten väterlichen Ermahnungen, die er seinem eigenen Beichtvater Diego de Yepes diktierte, ermahnte er seinen Sohn Philipp: "Bekenne deine Sünden oft, und suche einen weisen Beichtvater, der dich darin unterweist, welche Wege zu meiden und welche einzuschlagen sind." [52]

Der große Einfluß, den Ordens- und Weltgeistliche auf die moralischen Normvorstellungen des 16. und 17. Jahrhunderts im katholischen Teil Europas hatten, ist durch Untersuchungen der jüngsten Zeit deutlich geworden. [53] Voraussetzung dafür ist ihre positive Rezeption. Wenn daher dieser "Zivilisationsprozeß" letztlich zwar nicht seinen Ursprung an den Höfen hat [54], so waren diese doch dafür besonders empfänglich und sorgten ihrerseits für die weitere Verbreitung. Das christlich neuplatonische ethos des vierten Buchs von Castigliones "Buch vom Hofmann" gibt davon Zeugnis. Es gab, wie von der Forschung erkannt, zwischen Religion und Politik dieser Monarchen eine einzigartige symbiotische Wechselbeziehung. Man sah sie als Diener oder Statthalter Gottes, redete sie mit "Ihre Katholischen Majestäten" an und hielt sie verantwortlich für die "Katholische Monarchie". Es blieb nicht allein bei dem ständigen Einfluß ihrer Beichtväter; bezeichnenderweise befragte Philipp II. seine Theologen über die Rechtmäßigkeit seiner Religionspolitik in den Niederlanden [55], und Philipp III. etwa berief eigens eine aus Theologen und Juristen zusammengesetzte Kommission ein, um die Verträge für die geplante Heirat der Infantin Maria mit dem englischen Kronprinzen Karl zu verhandeln. [56] Da also die politische Herrschaft der spanischen Habsburger durch ihren katholischen Glauben geprägt wurde und nicht umgekehrt, mußten die theologischen und die Kardinaltugenden für diese Herrscher überragende Bedeutung haben. Es war daher, wie Philipp II. Don Juan erinnerte, zwingend, daß sich diese Tugenden in seinem Verhalten deutlich zeigten.

Daraus folgt, daß ein offizielles Staatsportrait des Monarchen ihm nicht nur ähneln, sondern ihn auch als Verkörperung dieser der jeweiligen Gelegenheit angemessenen Tugenden zeigen muß. Da Identität und Dekorum von so grundlegender Bedeutung waren, war die Zuverlässigkeit der Darstellung eine unumgängliche Bedingung. Daher waren königliche Portraits wie sakrale Bilder der Zensur unterworfen. 1633 wurden Velázquez und Vicente Carducho angewiesen, zeitgenössische Portraits Philipps IV. und anderer Mitglieder der königlichen Familie zu überprüfen: Zwölf von insgesamt 84 Portraits entsprachen den Anforderungen in Ähnlichkeit, Dekorum und künstlerischer Qualität; bei allen übrigen mußten die Köpfe überarbeitet werden. Ein Portrait war insgesamt zu verbessern, und in einem anderen wurde die grüne Farbe der königlichen Reithosen und Strümpfe gerügt mit der Begründung, sie sei nicht dezent. [57] Später, 1679, wurden auch Juan Carreño und Francisco Ricci beauftragt, Portraits des Königshauses zu inspizieren, damit keines fehlerhaft sei. [58]

Der Zwang zur Konformität sollte für das Portrait des Königs ein festes Muster etablieren und mit dessen Hilfe die Wahrnehmung des Betrachters konditionieren. Dekorum ist deshalb ein signifikantes Kriterium, weil es impliziert, daß der König als Träger eben jener Eigenschaften gezeigt wird, die man als wesentlich für die Herrschaft der spanischen Habsburger erachtete. Er sollte in seinem politischen Körper dargestellt sein. Die Portraits fordern daher, im Einklang mit den Funktionen sakraler Kunst, Respekt nicht für sich selbst - dies ist keine reine Kunst um der Kunst willen -, sondern für den in ihnen repräsentierten Prototyp. Sie dienen der geistigen Einstimmung des Betrachter auf den König in der von Gott gegebenen Dignität seines Amtes und auf die von ihm in dieser Stellung verkörperten Tugenden. Aus diesem Grund waren die Portraits spanischer Habsburger wirkmächtige Bilder, was in den folgenden Beispielen deutlich wird.

Ein Stich des Pedro Perret von 1622 zeigt den Infanten Don Carlos (Abb. 6), der bewundernd und voller Ehrfurcht - er hat den Hut gezogen - zu einem Portrait Karls V. in Rüstung und mit dem Feldherrnstab in der Hand hochblickt. [59] Die Aussage wird verdeutlicht durch die Inschrift auf dem Rahmen des innerbildlichen Portraits "Virtutem ex me" [60], die Don Carlos auffordert, es dem bedeutenden Großvater, dessen Namen er trägt, an Tapferkeit gleich zu tun. Im Bild des Infanten - gerüstet, standhaft in der Haltung und entschlossen im Ausdruck - wird klar, daß er seiner Verpflichtung nachkommen wird.

Diesem didaktischen Einsatz eines Portraits begegnet man ebenfalls, wenn auch nicht mit derselben exemplarischen Deutlichkeit, in einem Stich von Juan de Courbes: Don García Hurtado de Mendoza, Vizekönig von Peru (Abb. 7) [61], weist, während er zu den ehrerbietig vor ihm knienden peruanischen Indianern spricht, auf ein Portrait Philipps II. unter einem Baldachin. Die kompositorische Formel der Unterweisung von Besiegten, die die höhere Souveränität des durch sein Portrait stellvertretend repräsentierten Monarchen anerkennen, kehrt wieder in Juan Bautista Mainos "Rückeroberung von Bahía" (Museo del Prado, Madrid, Abb. Luna Nr. ##). Auf dem Bild, ursprünglich für den Salón de los Reinos im Schloß Buen Retiro gemalt, knien die besiegten Holländer vor dem spanischen Befehlshaber Don Fadrique de Toledo, der sie auf einen Wandteppich mit dem Bild Philipps IV. unter einem Baldachin hinweist. Philipp IV. wird von Minerva, der Göttin des gerechten Krieges, die Philipp die Siegespalme reicht, und Olivares,der das gezogene Schwert der Gerechtigkeit in Händen hält, gekrönt. Am Boden liegen Personifikationen der Häresie, des Streits (oder Neids) und des Betrugs. Die Inschrift SED DEXTERA SUA auf der den Baldachin bekrönenden Kartusche erklärt, daß die göttliche Vorsehung, da Philipps Sache gerecht war, ihr zum Erfolg verhalf. Es ist der Psalmist, der ausruft, daß der Sieg nicht von Menschenhand, sondern durch den Willen Gottes errungen wird: "[...] nicht ihr eigener Arm half ihnen zum Sieg, vielmehr deine Rechte, dein Arm und dein leuchtendes Antlitz, weil du sie geliebt hast." (Ps 44,4) [62]

Respekt vor dem Prototyp zu zeigen, d.h. vor dem Monarchen in seinem souveränen Körper, indem man sein Bildnis ehrt, war keine reine Fiktion, sondern ein Merkmal jedes Staatsportraits. [63] Besonders deutlich wird dies in Velázquez' Gemälden "Philipp IV. zu Pferd" und "Philipp IV. in Fraga" (Frick Collection, New York). Über das erste, nicht erhaltene Gemälde schrieb Pacheco: "Später, als Velázquez das Portrait Seiner Majestät zu Pferde vollendet hatte - alles nach dem Leben gemalt, selbst die Landschaft -, war der König so zufrieden, daß er die Erlaubnis gab, es in der Calle Mayor, außerhalb der Kirche San Felipe auszustellen, wo es die Bewunderung aller am Hofe fand und den Neid der Künstler erweckte, was ich bezeugen kann." [64] Von Bedeutung ist, daß das Portrait öffentlich ausgestellt wurde, und zwar vor dem Augustinerkonvent, der dem Namenspatron des Königs, San Felipe, geweiht war; seine Verbundenheit mit den Augustinern - als Kind wurde er in ihrem Habit dargestellt [65] - rührt wahrscheinlich von seiner Mutter her, die diesen Orden sehr förderte. [66] Die Symbiose von Religion und Politik in der Herrschaft der spanischen Habsburger jedenfalls wurde hiermit öffentlich gezeigt. Es ist symptomatisch, daß man vor allem die erstaunliche Ähnlichkeit des Portraits mit des Königs politischer Person wahrnahm, d.h., es lenkte den Geist des Betrachters auf seine souveräne Machtvollkommenheit und seine Verkörperung der Tapferkeit. Das bezeugen auch die folgenen Verse aus dem rühmenden Sonett von Juan Vélez de Guevara:

"O Pinsel, du hast Kühnheit und Stärke mit einer so schön vorgetäuschten Fülle wiedergegeben, [...]
Sag, schaffst du ein Bildnis oder bringst du es zum Leben? [...]
Das Portrait offenbart so herrlich die königliche Authorität, die Sein Erbe ist, daß sie sogar dem Auge befiehlt Und da du ein Bildnis der Macht geschaffen hast, hast du nachgeahmt, was am schwierigsten ist, Gehorsam zu leisten ist nämlich leichter." [67]

Kurze Zeit später, 1626, wurde das Portrait im Salón Nuevo des Alcázar in Madrid ausgestellt. [68] Es hing an hervorgehobener Stelle gegenüber Tizians großartigem Bildnis Karls V. [69] Da Philipp in Rüstung gezeigt ist [70], verkörpert auch er fortitudo, die Beständigkeit. Die Hängung der Portraits zeigte nicht nur, daß Philipp wie sein Bruder Don Carlos (Abb. 6) danach strebte, es seinem berühmten Großvater an Heldenmut gleichzutun, sondern auch, daß die erhabene Casa de Austria immer zur Verteidigung des katholischen Glaubens und ihres Königtums bereit sei. 1636 wurde das Velázquez-Portrait durch ein Bildnis des Königs in Rüstung zu Pferde von Rubens ersetzt, das dieser 1628 schuf (Das Gemälde ist verloren und nur durch eine Kopie in den Uffizien bekannt). [71] In der Größe war es mit Tizians Bildnis Karls V. identisch. [72] Der Ausdruck ist derselbe wie in dem Velázquez-Portrait, aber möglicherweise deutlicher - Philipp wird von den Personifikationen von Glauben und Gerechtigkeit begleitet - und mit größerer Bravour vorgetragen.

Jahre später, 1644, malte Velázquez aus Anlaß des spanischen Sieges über die Franzosen bei Lérida das Portrait des Königs in Fraga (Abb. 8), das der Königin nach Madrid geschickt wurde, wo es auf Bitten der katalanischen Gemeinde in der Kirche San Martín ausgestellt wurde. [73] Als Zeichen des Respekts vor dem König und Souverän war es von einem Baldachin überfangen; der König wurde in seinem Portrait als natürliche Verkörperung von Majestät wahrgenommen. Palomino zufolge hatte es "ein so schönes Aussehen, solche Grazie und Majestät, daß es wie ein zweiter lebender Philipp aussah". [74] Seine Äußerung erinnert an die Reaktion Pachecos und Vélez de Guevaras auf das Reiterportrait, aber auch an Bertauts Beobachtung, die Erscheinung des Königs bei der Audienz habe seinen Portraits ähnlich gesehen. [75]

Die referierten Zeugnisse machen deutlich, daß die Könige, um ihre Pflicht gegen Gott erfüllen zu können und das Wohl ihrer Reiche zu sichern, über die zu herrschen sie und sie allein von Gott eingesetzt waren, in ihrem moralischen Verhalten ständig und umfassend geschult wurden. Aufgrund der überwältigenden Größe ihrer Aufgabe und ihrer Entschlossenheit und Eifers wurde die Gestaltung ihres politischen Körpers zu einem exemplum virtutis forciert. Dieses Dekorum war von so eminenter Bedeutung, daß es in ihren Portraits präzis und unverkennbar manifest zu sein hatte. Symptomatisch dafür waren die Beispiele von Zensur. Die Funktion ihrer Portraits war, sie in ihrem politischen Körper darzustellen und dadurch die Rezeption auf Prototypen ihres Amtes und ihrer Würde zu lenken. Die spanischen Habsburger schienen daher das Ideal eines christlichen Königtums, das auf den theologischen und den Kardinaltugenden gründet, auf natürliche, rigorose und hingebungsvolle Weise zu verkörpern.

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ANMERKUNGEN

Ronald Cueto, der mich durch seine sachkundigen Belehrungen über den Begriff des Staatskörpers auf die Spur seiner Bedeutung für die Portraits der spanischen Habsburger führte, und Enriqueta Harris, die mich großzügig an ihren profunden Kenntnissen der spanischen Kunst dieser Zeit teilhaben ließ, sei dieser Beitrag gewidmet.
1.Castiglione o.J., Buch II, XXXVII, S. 159.
2.Castiglione o.J., Buch II, XXII, S. 136.
3.Pacheco 1990, S. 202.
4.Howell 1892, I, S. 200.
5.Howell 1892, I, S. 202.
6.Howell 1892, I, S. 201.
7.Howell 1892, I, S. 156.
8.Howell 1892, I, S. 162.
9.Howell 1892, I, S. 158.
10.Howell 1892, I, S. 166.
11.Thomas 1988, S. 331.
12.Thomas 1988, S. 344.
13.Brown 1986, S. 248.
14.Castiglione o.J., S. 43.
15.Dieser Unterschied wurde bereits von Harris 1938, S. 12 bemerkt.
16.Fernández-Santamaria 1977, S. 240.
17.Elliott 1963, S. 40, 228ff.; Lynch 1981, S. 218-235.
18.Lynch 1981, S. 232.
19.Elliott 1963, S. 299-303.
20.Lynch 1981, S. 22f.
21.Lynch 1981, S. 26.
22.Lynch 1981, S. 28.
23.Sicroff 1960, S. 137.
24.Elliott 1963, S. 242.
25.Vgl. Deuteronomium 17, 15 und 19; Buch der Weisheit 6, 4-10; Ezechiel 28.
26.Fernández-Santamaria 1977, S. 239.
27.Fernández-Santamaria 1977, S. 72.
28.Hamilton 1963, S. 37, 162.
29.Elliott 1963, S. 242.
30.Kat. Madrid 1959, V, 1750, Nr. 7.
31.Noticia 1850, S. 16: "no solo sucesor y émulo de sus glorias, sino conquistador de nuevos imperios". Zur Verbindung zwischen Velázquez Portrait "Infant Baltasar Carlos und sein Hofzwerg" (Boston, Museum of Fine Arts) mit diesem "Juramento" vgl. Brown/Elliot 1980, S. 55f., 253f.
32.Lynch 1981, S. 68.
33.Lynch 1981, S. 1669f.
34.Übersetzung nach Aquin 1948, S. 139.
35.Übersetzung nach Aquin 1948, S. 161.
36.Vgl. z.B. Guevara 1532; Furío Ceriol 1559; Puente 1612; Ceballos 1623. Ich danke Dr. Cueto für Hinweise auf viele dieser Autoren.
37.Die grundlegende Abhandlung zur Geschichte dieses Begriffs stammt von Kantorowicz 1957.
38.Kantorowicz 1957, S. 495.
39.Kantorowicz 1957, S. 405f.
40.Aquin 1947, S. 43.
41.Hamilton 1963, S. 39.
42.Aquin 1947, S. VII-XV, 785, 79
43.Aquin 1947, S. 49.
44.Hamilton 1963, S. 60.
45.Tanner 1952, S. 9-10, 14-17.
46.Fernández-Santamaria 1977, S. 247ff.
47.Fernández-Santamaria 1977, S. 237ff.
48.Fernando Díaz-Plaja, 1958, S. 593-603, die folgenden Ausführungen basieren auf dieser Passage. Ich bin Dr. Mía Rodríguez-Salgado zu großem Dank verpflichtet, daß sie mich vor vielen Jahren in Zusammenhang mit meinen Recherchen zu El Grecos Allegorie der Heiligen Liga auf dieses Dokument aufmerksam gemacht hat.
49.Augustinus 1956, S. 34-39, 55-72.
50.Cueto Ruiz 1982, S.428ff.
51.Diaz-Plaja 1958, S.597.
52.Rule/TePaske 1963, S.6.
53.Knox 1994.
54.Elias 1939 stellte in seinem klassischen Buch "Über den Prozeß der Zivilisation" die These auf, daß zivilisiertes Verhalten von der höfischen Kultur abzuleiten sei.
55.Elliott 1963, S.244.
56.Gardiner 1869, S.118.
57.Velázquez 1960, S. 257f.; Harris 1982, S.18, 86.
58.Serrera 1990, S. 59, vgl. auch die bibliographischen Angaben auf S. 58 Anm. 49.
59.Ausst.kat. Madrid 1981/82, Nr. 275, S. 92; Ausst.kat. Madrid 1993, Nr. 206, S. 212f.. Der Stich war eine Illustration in Vera y Zuñiga 1622. Das Portrait Karls V. beruht auf dem verlorenen Tizianportrait, vgl. Wethey 1971, S. 191ff., Abb. 238, 239.
60.Die auf Vergil zurückgehende Inschrift erscheint in leicht erweiterter Form, Disce nepos virtutem ex me, auf dem Triumphbogen, der 1635 zu Ehren des Einzug des Kardinalinfanten Ferdinand errichtet wurde. Vgl. McGrath 1997, I, S. 82, Text Abb. 18. Ich danke Dr. McGrath für den Hinweis auf diese Dekoration.
61.Ausst.kat. Madrid 1993, Nr. 130, S. 154.
62.Brown/Elliott 1980, S. 184-190.
63.Eine grundlegende Studie zum Staatsportrait ist Jenkins 1947.
64.Pacheco 1990, S. 205. Die Übersetzung bei Harris 1982, S. 191.
65.S. Juan Pantoja de la Cruz, Infantes Don Felipe (IV) y Doña Ana, 1607, Kunsthistorisches Museum, Wien.
66.Der Augustiner Konvent Real Monasterio de la Encarnación in Madrid wurde von der Königin, Doña Margarita de Austria, gegründet.
67.Palomino 1947, hier zitiert nach Harris 1982, S. 199.
68.Harris 1982, S. 113
69.Harris 1970, S. 368.
70.Harris 1970, S. 368. Außer bei Cassiano findet sich auch in dem Gedicht, das Jerónimo Gonzáles de Villanuevas auf dieses Portrait schrieb, eine Erwähnung des gerüsteten Philipps. Vgl. Pacheco 1990, S. 210.
71.Volk 1980.
72.Volk 1980, S. 172.
73.Harris 1982, S. 113.
74.Palomino 1947, Übersetzung nach Harris 1982, S. 205
75.Vgl. Anm. 13.

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